Dieses ist das mittelalterliche Forum der Liberi Effera, der "Freien Wilden". (www.liberi-forum.de)
Noch und ; bis zum Einfall bei den Fogelfreyen in ROW.
#1

Bei Wikipedia irgendwann mal nachgelesene Dinge

in Geschichtlich Wissenswertes 11.06.2010 09:30
von Docatius • Administrator, Ritter, Verwalter, Spielmann | 5.634 Beiträge

Oheim
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Oheim (auch Ohm, Ühm), heute ein veraltetes deutsches Wort für Onkel, bedeutete früher den Mutterbruder, im scharfen (auch rechtlichen) Unterschied zum Vaterbruder („Onkel“). Ebenso wird auch ein angeheirateter Mutterbruder bezeichnet, das heißt der Ehemann der Mutterschwester.

Die Besonderheit dieser Verwandtschaftsbeziehung war noch so lange spürbar, als nichtverehelichte (also auch verwitwete) Frauen unter die Vormundschaft eines männlichen Verwandten fielen, in höheren Jahren also eines Bruders, was diesen wiederum im praktischen Leben für die Neffen und Nichten von einem „Onkel“ deutlich unterschied.

In zahlreichen Kulturen (vor allem solchen mit matrilinearer Erbfolge) ist auch heute noch ein Oheim für die Kindererziehung wichtiger als ein Onkel. Die weibliche Form des Oheims ist die Muhme.

Die Bedeutung eines Oheims im Sinne eines tatsächlichen Mutterbruders ergab sich in früherer Zeit aus der Gewissheit, mit den Nachkommen der Schwester blutsverwandt zu sein.



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#2

RE: Bei Wikipedia irgendwann mal nachgelesene Dinge

in Geschichtlich Wissenswertes 11.06.2010 09:31
von Docatius • Administrator, Ritter, Verwalter, Spielmann | 5.634 Beiträge

Beginen und Begarden
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Als Beginen und Begarden wurden ab dem 13. Jahrhundert die Angehörigen einer Gemeinschaft christlicher Laien bezeichnet. Beginen (weibliche Mitglieder) und Begarden (männliche Mitglieder) führten ein frommes, keusches Leben in ordensähnlichen Hausgemeinschaften, wurden von der römisch-katholischen Kirche teilweise als häretisch gebrandmarkt und sahen sich der Verfolgung durch die Inquisition ausgesetzt. Zu Beginn der Frühen Neuzeit wurden die Reste der Glaubensgemeinschaft kirchlich integriert oder schlossen sich der Reformation an.



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#3

RE: Bei Wikipedia irgendwann mal nachgelesene Dinge

in Geschichtlich Wissenswertes 16.06.2010 18:01
von Docatius • Administrator, Ritter, Verwalter, Spielmann | 5.634 Beiträge

Der althochdeutsche Begriff Vogt – auch Voigt oder Fauth – ist abgeleitet vom lateinischen Wort „advocatus“ („der Hinzu-/Herbeigerufene“). Er bezeichnet allgemein einen herrschaftlichen, meist adeligen Beamten des Mittelalters und der frühen Neuzeit. Im Französischen entspricht ihm bailli, im Englischen bailiff oder reeve.
Der Vogt regiert und richtet als Vertreter eines Feudalherrschers in einem bestimmten Gebiet im Namen des Landesherrn. Er hat den Vorsitz im Landgericht und muss die Landesverteidigung organisieren. Im Krieg führte er das Lehensaufgebot des Landes.

Der Machtbereich eines Vogts und sein Amtssitz (meist eine landesherrliche Burg) werden als Vogtei bezeichnet.

Das durch einen Vogt vertretene Rechtsprinzip leitet sich sowohl vom spätrömischen Beamten, dem vorgenannten advocatus, als auch von der germanischen Munt ab und ist ein Schutzverhältnis, das auch Gewalt- und Vertretungsrecht einschließt.



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#4

RE: Bei Wikipedia irgendwann mal nachgelesene Dinge

in Geschichtlich Wissenswertes 16.06.2010 18:07
von Docatius • Administrator, Ritter, Verwalter, Spielmann | 5.634 Beiträge

"Vetter"

Bevor Onkel und Tante im 18. Jahrhundert aus dem französischen in den deutschen Sprachgebrauch kamen, wurden für Bruder und Schwester des Vaters die Bezeichnungen Vetter und Base verwendet, welche später für deren Kinder benutzt wurden.

Vetter und Base wurde und wird noch (regional) für entferntere Verwandte verwendet. „Der Vetter aus Dingsda“ ist der entfernte Verwandte von Irgendwo. Bekannt geworden ist der Begriff durch die erfolgreiche gleichnamige Operette von Eduard Künneke.



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#5

RE: Bei Wikipedia irgendwann mal nachgelesene Dinge

in Geschichtlich Wissenswertes 07.12.2010 12:54
von Docatius • Administrator, Ritter, Verwalter, Spielmann | 5.634 Beiträge

Das Wort Mammon leitet sich ursprünglich vom aramäischen Wort mamona (Vermögen, Besitz) ab. (Einer anderen Quelle zufolge stammt es von dem aramäischen Wort aman ab und bedeutet das, worauf man vertraut.) Das Wort gelangte über seine griechische Schreibweise in die Bibel, in der Vulgata wird daraus lateinisch mam[m]ona. Martin Luther übersetzte das Wort nicht und so gelangte es als Mammon ab dem 16. Jahrhundert ins Deutsche. Daraus resultierte, dass Mammon in Volksglaube und Literatur als personifizierter Reichtum zu einem Dämon wurde, der den Menschen zum Geiz verführt.



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#6

RE: Bei Wikipedia irgendwann mal nachgelesene Dinge

in Geschichtlich Wissenswertes 08.12.2010 00:31
von Docatius • Administrator, Ritter, Verwalter, Spielmann | 5.634 Beiträge

Die Bezeichnung Adamsapfel für den hervortretenden Teil des Schildknorpels des Mannes taucht erstmals im 16. Jahrhundert auf und ist in einem Übersetzungsfehler der lateinischen Bibelausgabe (Vulgata) in der Geschichte von der Verführung Adams durch Eva begründet. Dort wurde aus dem „arbor mali“, dem Baum (der Erkenntnis) des Bösen, der „arbor malli“, der Baum des Apfels. Diesem Fehler ist es zu verdanken, dass die Bibelleser heute unter der verbotenen Frucht einen Apfel verstehen.



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#7

RE: Bei Wikipedia irgendwann mal nachgelesene Dinge

in Geschichtlich Wissenswertes 07.04.2011 13:48
von Docatius • Administrator, Ritter, Verwalter, Spielmann | 5.634 Beiträge

Die Bedeutung des Begriffes „Forst“ hat sich in der Vergangenheit mehrfach geändert. Erste urkundliche Quellen mit dem Begriff „forestis nostra“ stammen von fränkischen Königen aus dem 7. Jahrhundert. Mit diesem Begriff wurde damals herrenloses, bisher nicht genutztes Land bezeichnet. Später benutzte man den Begriff zeitweise als Unterscheidung von großen Waldflächen gegenüber kleineren, welche einfach „Wald“ genannt wurden. Zu anderen Zeiten wurden die Begriffe genau umgekehrt oder auch synonym benutzt.

In einem althochdeutschen Wörterbuch fanden sich die Begriffe forestensis („Forst“), forestarius („Waldhüter/Förster“), forestagium („Forstabgabe“) und forstari („Forstverwalter“).

Während des frühen Mittelalters bestand am Wald ein allgemeines Nutzungsrecht, d. h. jeder konnte Brenn- und Bauholz gewinnen, die Nutztiere im Wald weiden lassen und wilde Tiere jagen. Flächen, wo der Grundherr (König etc.) bestimmte Nutzungen untersagte, wurden „forestiert“, d. h. im bildlichen Sinne „eingezäunt“. Früheste Nutzungseinschränkungen betrafen die Jagd, über entsprechende Flächen wurde der sogenannte Wildbann verhängt. Als in der Blüte des Hochmittelalters der Holzbedarf rapide zunahm (Bevölkerungsanstieg, Wachstum der Städte, früheste industrielle Strukturen) wurde der Wald bzw. seine Produkte schnell zum Wirtschaftsgut. In der Konkurrenz um den Rohstoff Holz wurden daher die Waldflächen in einem umfassenden Sinn der Forsthoheit unterworfen, d. h., der Grundherr übte sämtliche Rechte am Wald nunmehr selbst aus. Dazu entstanden erste Verwaltungsstrukturen im Sinne einer Forstverwaltung.

Für die Inanspruchnahme des Waldes durch die Allgemeinheit ergaben sich damit zwangsläufig erhebliche Einschränkungen. Der Umfang und das Ausmaß der zulässigen Nutzung wurde in sogenannten Forstordnungen detailliert geregelt, durch entsprechende Nutzungsrechte sollte die Grundversorgung der Bevölkerung mit den Produkten des Waldes sichergestellt werden. Meist war genau festgelegt, wer in welchem Zeitraum wie viel Brennholz und Bauholz schlagen durfte, wo Haustiere im Wald weiden konnten (u. a. der sogenannte „Eckerich“). Obwohl die Staatsforstverwaltungen als Rechtsnachfolger der Kameralherren im 20. Jahrhundert viele der Dienstbarkeiten durch Geldzahlungen ablösen konnten, besteht ein Teil der alten Rechte bis heute. Alternativ zu Nutzungsrechten erhielt die Bevölkerung abgetrennte Waldflächen zur Eigenbewirtschaftung („Allmende“, „Hauberge“), die meist um die Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert parzelliert und in Privateigentum überführt wurden, in Einzelfällen aber als Gemeinschaftseigentum erhalten blieben („Realgenossenschaften“).


Für mich war das interessant, da ich derzeit mein Rittergut besetzen muss. Ich hatte einen Förster/Jagdaufseher vorgesehen, aber so etwas gab es damals noch gar nicht, weil in "unserer" Zeit der Wildbann noch nicht existierte. Jeder konnte unbewohntes Land nutzen, wie er wollte.



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zuletzt bearbeitet 07.04.2011 13:48 | nach oben springen

#8

RE: Bei Wikipedia irgendwann mal nachgelesene Dinge

in Geschichtlich Wissenswertes 25.10.2011 09:56
von Docatius • Administrator, Ritter, Verwalter, Spielmann | 5.634 Beiträge

kleine Stilkunde:


Woher kommt der Begriff Stil bzw. was bedeutet er?

Der Begriff ist aus dem lateinischen übernommen und abgeleitet von dem Wort „stilus“, welches der metallische Schreibgriffel der Römer war. Dieser wurde benutzt, um Verse oder ähnliches aufzuschreiben bzw. einzuritzen. Hatte nun ein Dichter einen guten Text geschrieben, schrieb man ihm einen guten „stilus“ zu. Stil bedeutete somit die Anerkennung einer besonderen Leistung.


Was versteht man in der Stilkunde unter Stilepochen?

Stilepochen sind einzelne Zeitabschnitte, welche sich durch bestimmte Formgebungen,
Bearbeitungstechniken, künstlerisches Schaffen und Sein, Mode, Architektur, Dichtung, Musik, bestimmte Werkkünste und politische Ereignisse auszeichnen.


Welche Stilepochen werden in der Geschichte des Möbels zeitlich unterschieden?

Altertum ~ 4000 v. Chr. - 1000 n. Chr.
Antike ~ 1000 v. Chr. - 500 n. Chr.
Germanisch
Romanik ~ 800 n. Chr. - 1250 n. Chr.
Gotik ~ 1250 n. Chr. - 1500 n. Chr.
Renaissance ~ 1500 n. Chr. - 1650 n. Chr.
Barock ~ 1650 n. Chr. - 1750 n. Chr.
Rokoko ~ 1750 n. Chr. - 1770 n. Chr.
Klassizismus ( Zopfstil, Empire, Biedermeier )
Zopfstil ~ 1770 n. Chr. - 1795 n. Chr.
Empire ~ 1795 n. Chr. - 1815 n. Chr.
Biedermeier ~ 1815 n. Chr. - 1850 n. Chr.
Historismus ~ 1850 n. Chr. - 1890 n. Chr. „auch Gründerzeit genannt“
Jugendstil ~ 1890 n. Chr. - 1910 n. Chr.
Bauhaus ~ 1920
Art Deco ~ 1930
40 + 50-iger Jahre
50 + 60-iger Jahre
Postmoderne ~ 1970


Die obige Zuordnung kann nur als kleine Hilfestellung zur Beurteilung einzelner Stile sein, da diese von Land zu Land und von Region zu Region unterschiedlich waren. Hierbei spielte auch der gesellschaftliche Stand einer Person eine Rolle. Auch darf man nicht vergessen, das sich die einzelnen Zeitabschnitte mitunter über viele Jahre hinweg überschnitten bzw. es immer Menschen zu späterer Zeit gab die historische Stilelemente bei Ihren Arbeiten aufgenommen haben.


Nachfolgend ergänzen wir das oben geschriebene durch eine kurze Einführung in die einzelnen Stilepochen.


Wer sich näher mit dem Thema Stilkunde bzw. Möbelkunde beschäftigen möchte dem sei der Gang in eine Bücherei empfohlen.



Altertum:

Im Altertum gab es unter anderem die Ägypter, Sumerer, Babylonier und andere.
Typische Möbel dieser Zeit waren einfache Sitzmöbel. Die Darstellung dieser Möbel sind aus Grabbeigaben und Wandmalereien überliefert.


Antike:

Im der Antike gab es die Griechen und die Römer.
Typische Möbel dieser Zeit waren einfache Tische, Ruhebetten, Hocker und Stühle.
Möbel dieser Zeit sind nur durch Malereien und Funden in Pompeji überliefert.


Germanisch:

Aus dieser Zeit ist fast nur durch römische Geschichtsquellen etwas überliefert.


Romanik:

Der Name kommt von „den Römern abgeschaut“
Typische Möbel dieser Zeit sind grob Gezimmerte und mit Eisen beschlagene Universalmöbel wie Betten, Tische, Stühle, Truhen und Sakresteischränke.


Gotik:

Der Name ist ein Schimpfwort und bedeutet „Barbarisches Volk“
Typische Möbel dieser Zeit sind fast alle Art von Truhen, Betten, Tischen und Sitzmöbeln. Schränke dieser Zeit erinnern an zwei Truhen die aufeinander stehen.
Erstmalig gab es auch den Scherenstuhl und das Baldachinbett.
In dieser Epoche entstand der Beruf des Kistlers. (später Tischler und Schreiner)
Alle gängigen Holzverbindungen stammen weitgehenst aus dieser Zeit.
Als gängiste Holzart ist die Eiche anzutreffen.


Renaissance:

Der Name bedeutet soviel wie die Wiedergeburt der Antike.
Typische Möbel dieser Zeit alle Arten von Gebrauchsmöbeln. Diese haben starke Ähnlichkeit mit der Architektonischen Fassadengestaltung vieler Gebäude. Neu anzutreffen ist der Stollenstuhl der als Vorfahr des heutigen Stuhls gilt.
Hauptaugenmerk sind die schon teilweise überladend wirkenden Schnitzereien.
Als Holzart findet man sehr oft Eiche, Nussbaum und Nadelhölzer. Viele Möbel sind auch mit Furnieren und Intarsien versehen.


Barock:

Der Name kommt aus Portugal und Bedeutet „schiefe runde Perle“
Der Leitspruch lautete „ corpe diem = genieße den Tag“
Typische Möbel dieser Zeit sind alle Arten von Gebrauchs und Behältnismöbeln die man sich denken kann. Die wichtigsten Möbel sind die Kommode und die riesigen Repräsentationsschränke, die eine Höhe von bis zu 3m erreichten. Typische Schränke dieser Art sind der Hamburger Schapp und der Danziger Schrank.
Oft findet man an Möbeln dieser Zeit gedrechselte Korkenziehersäulen.
Es wurden alle Arten von Materialien kombiniert und mit Lackoberflächen versehen.
Ein ganz großer seiner Zeit war der Französische Kunsttischler Andre Charles Boulle.


Rokoko:

Der Name ist abgeleitet vom Muschelwerk „Rocaille“
Typische Möbel dieser Zeit sind wie im Barock all Arten von Gebrauchs und Behältnismöbeln die man sich denken kann. Die wichtigsten Möbel sind nach wie vor die Kommode und die riesigen Repräsentationsschränke. Die Möbel waren sehr arbeitsaufwendig und teilweise bis zur Materialgrenze geschweift und gebogen. Furniere und Intarsientechnik mit verschiedensten Materialien waren beinahe als Standart anzutreffen. Das häufigste Schnitzwerk ist die Rocaille. Es wurden teuerste Importhölzer wie Palisander, Ebenholz, Rosenholz verwendet. Aufwendige Zierbeschläge waren üblich. Die Lacktechnik wurde bis zur Perfektion ausgefeilt.
Bedeutende Kunsttischler waren Funk, Oeben, Riessner und Abraham Roentgen.



Klassizismus:

Der Name ist abgeleitet vom Nachnamen „Klassimo“
Ein großartiger Tischler dieser Zeit war David Roentgen. Man kann sagen das mit dieser Epoche die Hochblütezeit der Tischlerkunst zu ende ging.



Empire:

Diese Zeit ist beeinflusst von Napoleon.
Die Möbel werden wieder geradliniger und strenger in ihrer Form. Als neue Möbelform für den Herren kam das Zylinderbureau bzw. der Rollschreibtisch.
Ganz typisch für diese Zeit ist die Verzierung der Möbel mit Bronzeblech und Messingformen aller Art.
Gängige Hölzer dieser Zeit sind Mahagoni und Ebenholz.


Biedermeier:

Der Name stammt ursprünglich von einer Witzfigur der Wochenzeitschrift „Münchner Fliegender Blätter“, wurde aber schnell zum Inbegriff dieser Epoche.
Man besann sich wieder auf die Familie und auf das Bürgerliche wohnen. Die Möbel wurden wieder zweckmäßig und in ihrer Form schlicht aber überzeugend.
Typische Hölzer waren Kirsche, Ahorn und Birke welche fast ausschließlich mit einer Schellackhandpolitur versehen wurden.


Historismus bzw. Gründerzeit:

Der Name Historismus ist abgeleitet vom Wort Historie. Alles sollte möglichst „Stilrein“ sein.
Der Name Gründerzeit ist Handelsüblich und bezeichnet die Situation der Bevölkerung. Es herrscht Landflucht und Industrialisierung.
Typisch für Möbel dieser Zeit sind verschiedenste Verzierungen vorhergehender Epochen. Auf Grund der finanziellen Lage dieser Zeit wurden die Möbel oftmals aus Nadelholz hergestellt welches dann durch aufwendige Bemalungen versehen wurde bzw. wertvolle Hölzer wurden durch Lasurtechniken imitiert.
Ein nennenswerter Name dieser Zeit ist wohl Michael Thonet der die Kunst des Holzbiegens perfektionierte.


Jugendstil:

Der Name ist abgeleitet von der Münchner Zeitschrift „Die Jugend“
In dieser Zeit wollte man sich wieder auf eigene Sachen beschränken bzw. eigene Möbelformen schaffen. Viele Möbel hatten die Formenverwandtschaft von Lianen, Blüten, welche durch gekonnte Schwünge abgerundet wurden.



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#9

RE: Bei Wikipedia irgendwann mal nachgelesene Dinge

in Geschichtlich Wissenswertes 10.01.2012 23:40
von Docatius • Administrator, Ritter, Verwalter, Spielmann | 5.634 Beiträge

Mit Mumpitz war ab dem 17. Jahrhundert eine Schreckgestalt oder auch Vogelscheuche gemeint. Das Wort leitet sich ursprünglich von „Mummelputz“ und „Mombotz“ ab und verbindet die beiden Worte vermummen und (hessisch) Boz oder Butzemann (eine Kinderschreckfigur). Beim Mumpitz handelt es sich um eine Schreckgestalt für Toren.

Der Begriff erschien dann auf der Berliner Börse seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts für „erschreckende Gerüchte“ oder „schwindelhaftes Gerede“.

Heute steht „Mumpitz“ umgangssprachlich für „Unsinn“. Mumpitz war ein gängiger Ausdruck des langjährigen SPD-Fraktionsvorsitzenden Herbert Wehner, der gegenüber provokanten Journalistenfragen oft nur antwortete: Das ist doch Mumpitz!



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zuletzt bearbeitet 10.01.2012 23:40 | nach oben springen

#10

RE: Bei Wikipedia irgendwann mal nachgelesene Dinge

in Geschichtlich Wissenswertes 22.01.2012 01:58
von Docatius • Administrator, Ritter, Verwalter, Spielmann | 5.634 Beiträge

Ich sehe gerade Terry Jones Medieval Lives, Folge 1. Es geht um das Leben des Bauern im mittelalterlichen England. Ich versuche, mir interessante Fakten zu merken.

Im Mittelalter arbeitete der durchschnittliche Bauer bis zu 60 Tage im Jahr für seinen Herrn, um all seine Abgaben und Steuern zu bezahlen.
Ein heutiger Arbeiter arbeitet im Schnitt 80 Tage nur für die Steuern.

Im heutigen England gibt es etwa acht kirchliche Feuertage im Jahr. Im Mittelalter waren es etwa 80.

Viele Skelette zeigen, daß ihre Besitzer jenseits der 60 Jahre alt wurden. Sie hatten außerordentlich gute Zähne, weil sie kaum Zucker ausgesetzt waren. Dafür hatten sie aber schrecklichen Zahnfleischschwund, wie kristallisiertes Plaque an den Gebissen zeigt. Sie müssen grauenvollen Mundgeruch gehabt haben.

Die Zeit der Bauern im mittelalterlichen England ging zu ende, als die Herren heraus fanden, daß Schafe anspruchsloser sind, mehr Wolle lieferten, und zudem essbar waren.



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#11

RE: Bei Wikipedia irgendwann mal nachgelesene Dinge

in Geschichtlich Wissenswertes 23.01.2012 23:57
von Docatius • Administrator, Ritter, Verwalter, Spielmann | 5.634 Beiträge

Hier die ersten Verse des Rolandliedes, geschrieben um 1170. Man kann es noch so gerade verstehen, wenn man es sich selbst laut vorliest. Viel Spaß beim Tüfteln.

Schephare allir dinge,
cheiser allir chuoninge,
wol du oberister ewart,
lere mich selbe diniu wort;
5
duo sende mir zemunde
din heilege urkunde,
daz ich die luge uirmide,
die warheit scribe
uon eineme turlichem man,
10
wie er daz gotes riche gewan:
daz ist Karl der cheiser.
uor gote ist er,
want er mit gote uober want
uil manige heideniske lant,
15
da er die cristin hat mit geret,
alse uns daz buoch leret.

Karl der was Pipines sun;
michel ere unde frum
hat der herre gewunnin,
20
die grimmigen heiden bedwungin,
daz si erkanten daz ware liecht:
sine wessen e nicht
wer ir schephere was.
ie baz unt baz
25
steic der herre zetugente
uon kintheit ce iugente,
uon der iugent in daz alter.
nu hat in got gehalten
in sineme riche,
30
da wont er imir ewichliche.

Do der gotes dinist man
uon Yspania uernam
wie unkusclichen si lebeten,
die apgot an betten,
35
daz si got nine uorchten,
harte sich uirworchtin,
daz clagete der cheiser here;
er mante got uerre,
daz er durch mennisken geborn wurde,
40
an deme cruce irsturbe,
daz er di sine erloste,
daz er getroste
di manicualdigen haidenscaft,
den diu nebil uinstere nacht
45
den totlichen scat pare,
daz er si dem tuvil bename.

Karl bette dicke
mit tiefen herce blickin;
so daz lút alliz intslief,
50
uil tiure er hin zegote rief
mit tranendin ougin.
do sach er mit flaisclichin ougin
den engel uon himele.
er sprach zuo dem kuoninge:
55
"Karl, gotes dinist man,
ile in Yspaniam!
got hat dich irhoret,
daz lút wirdit bekeret;
di dír abir widir sint,
60
die heizent des tuvelis kint
unt sint allesamt uirlorin;
die slehet der gotes zorn
an libe unt an sele:
die helle puwint si imermere."

65
Karl an sineme gebete lac
unz an den morgenlichin tác;
do ladet er zwelf herren,
di di wisistin waren,
die sines heres phlegeten.
70
uil tugentliche si lebeten.
si waren guote chnechte,
des keiseres uoruechten.
ir uan si gewanten
nie ze dehein werltlichen scanten.
75
si waren helde uil gvot,
der keiser was mit in wol behuot.
si waren kuske unde reine.
den lip furten si ueile
durch willin der sele.
80
sine gerten nichtis mere
wan durh got irsterbin,
daz himelriche mit der martire irwerben.

Der keiser in do sagete
daz er willen habete
85
die haidenscaft zestoren,
di cristin gemeren.
er sprach: "wol ir mine uil liebin,
nu scul wir gote dínin
mit luterlichin muote.
90
wol ir helde gvote,
ia hat iu got hie gegebin
ein uil uolliclichez lebin;
daz hat er umbe daz getan,
sin dinist wil er da uon han.
95
swer durch got arbeitet,
sin lon wirt ime gereitet,
da der keiser allir hiemele
uorderet hin widere,
daz er iu uirlihin hat,
100
frolichen ir uor im stat.
swer durch got irstirbit,
ich sage iu waz er da mit erwirbít:
eine kuonincliche chrone
in der marterere chore;
105
diu luchtet sam der morgen sterne.
uweren willin west ich gerne."

An der rede waren
herzogin unde grauen.
da was der helt Ruolant
110
unt Oliuir der wigant;
Samson der herzoge,
der was in grozem lobe.
da was der herre Anseis,
der was chuone unde wis;
115
Gergers der mare,
der was chuone ‹unde› wort spahe.
da was zeware
Wernes der graue;
der furte Waschonier uan,
120
er was ein helt lobesam.
Engelirs was da
uzer Prittania;
der het tugentlich gemuote,
er was ein helt guote.
125
da was Anshelm,
ein helt chuone unde snel,
uon Moringen
mit sínín snellen íungelingen,
Gotefrit des kaiseres uanere:
130
daz waren ‹die› uzerwelten zwelfe,
die dem keisere nie geswichen ze nicheiner nót.
si dinten im alle unz an den tót.

Also die rede was getan,
di herren sprachen ir man.
135
si berieten sich besunder,
ob iman were dar undir
der in nicht helfen wolde.
si sprachin daz er scolte
in zestete widir sagen;
140
welhen trost si zu im machten haben!
si redeten alle gemeinlichen,
si ne wolten in niemer geswichen;
swaz si durch got wolten bestan,
des ne wolten si nicht abe gan;
145
daz lobeten si mit ufferhabener hant.
do sprach der helt Roulant:
"wi salic der geborn wart,
der nu dise heruart
geuroumit willicliche!
150
dem lonet got mit sineme riche,
des mager grozen trost han.
ist aue hie dihein man
der gvt nemen wil,
man gít im sin uil;
155
er hat imer des kaiseres willin.
daz merket snelle íungelinge."

Also der keiser uírnam
daz im waren willic sine man,
di boten strichen in daz lant,
160
ir iegelich dar er wart gesant.
si sageten starke niumare:
di lant bestunten aller maist lare.
ia wart di selbe botscaft
lieb unde lobehaft.
165
er were fri oder eigen,
si cherten uf di heiden,
si zeichinoten sich mit chrucen.
ia wart unter den liuten
daz aller meiste lob.
170
si riefin alle an got,
si manten in uerre,
daz in nicht mochte gewerre
der michelen heiden craft.
er tete si lobelichen sigehaft.

175
Mit michelem magene
chom daz her zesamene.
di durh got uz chuomen waren
unt si im uernamen,
diu zucht also groz wart.
180
der keiser uf eine hohe trat,
er sprach: "alle di uz chuomin sin,
den lone selbe min trechtin,
also er uns geheizen hat.
swer wíp oder kínt lát,
185
hús oder eigen,
daz wil ich iu bescaiden,
wi in got lonen wil:
er git ime zehenzec stunt samuíl,
dar zu sin himilriche.
190
nu scul wir froliche
im ophferen den lib.
er ist ime gereit in alle zít
daz er unsich entphahe.
nu scul wir heim gahen
195
an unser alt erben,
daz wir hi irweruen
daz wir daz himilriche buwen,
des scul wir gote wol getruwen.

Nu wil ich iu clagin:
200
die heiden tuont uns grozin scadin;
si ritent in diu lant,
si stiftint ruob unde brant.
di gotes hús si storent,
daz lút si hin furent
205
unt opherent si den apgoten;
daz ist des tuvelis spót.
ir martir der ist uil:
si sezzent si ze ir zil
unt schizent dar zu.
210
mochte wir da widire icht getuo,
des were uns nót.
ich bit uch alle durch got
daz irz williclichen tuot:
habet stetigen muot,
215
habet zucht mit guote,
wesit demuote,
wesit got unter tan,
uwir meisterschefte unter tan;
welt ir also uol komen,
220
so uíndít ir dar ze hiemele daz lon
der ewigin genaden."
si sprachin alle amen.

Vf stunt der erzebiscof;
er zirte wol des keiseres hof,
225
er was der zwelue einer,
di sich niene wolten gescaidin;
si ne uorchti[n] uûr noch daz swert.
got hat si wol gewert
des si an in gerten,
230
di wile si hi lebeten.
an der martir si beliben,
ze himele sint si gestigin;
nu mugen si uroliche leben:
da sint si rat geben.
235
daz habent si umbe got irworuen;
daz si lebent imir ane groze sorgen.
swa iz zeder note gescah,
da man sluc unde stach,
so ne gesamnoten sich nie zwelue
240
so uzerkoren helde.
man uant si zaller uorderost,
si waren der cristin trost.

Do redete der biscof,
des fruote sich allir der hof:
245
"wol ir heiligin pilgerime
nu lat wol schinin
durch waz ir uz sit komen
unt daz heilige cruce habet genuomin.
daz ist des tuvelis ungemach,
250
want im nie so leide gescach.
also er des wirdit innen,
so muz er intrinnen:
iz truc selbe unser herre.
di sine uil suoze lere
255
hat er uns uor getragen.
wir sculn ime allez nach uaren,
lernen den selbin ganc:
trinket den kelh den er tranc,
eret daz uil heilige cruce;
260
mine uil libin lúte,
minnet sibin tagezít,
daz retet der kuoninc Dauid:
ir scult spade unt fru sin,
so erhoret uch min trechtin.
265
uwer spise si gemeine,
daz herze machet reine.
ze ware sagen ich iz iu:
der brode lichename ist diu deû,
di sele ist diu fruowe.
270
ir scult gote uil wol getruwe,
welt ir mit guoten werken nach gen,
so ste uober uch der gotes segen."

Daz hêr sich do braite.
di cristin sich bereiten,
275
si sigen uaste in diu lant.
die heiden huben selbe den brant,
selbe si sich wuosten,
wande sine getorsten
des keiseres nicht irbiten.
280
si herten also witen
unz an die Gerunde.
zuo des wazzeres grunde
wolten si do trost han.
si betrouc harte ir wan.



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Ein Leben ohne Dudelsack ist möglich, aber sinnlos. http://www.finsterling.de



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#12

RE: Bei Wikipedia irgendwann mal nachgelesene Dinge

in Geschichtlich Wissenswertes 24.01.2012 07:09
von Hera en Fabulan • Liberi Effera/Herrin des ersten Hauses/Landesälteste/Marktorga | 6.925 Beiträge

die ersten verse ... ja..nee...schon klar
hört sich für mich son bischen an wie "platt"... verstehe nicht alles... kann das jemand übersetzten?



Knie nieder,von nun an sollst du mir dienen mit deinem Feuer und deinem Wahn



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#13

RE: Bei Wikipedia irgendwann mal nachgelesene Dinge

in Geschichtlich Wissenswertes 24.01.2012 10:38
von Sharee • Liberi Effera/Haus der Hera / PR | 1.040 Beiträge

Das ist eine herausforderung für eine germanistin, die in mittelhochdeutsch ihren abschluß gemacht hat. Also mich. ich werde jetzt versuchen, dass frei zu übersetzen, ohne zuschummeln, deshalb übernehme ich dafür auch kein gewehr

schöpfer aller dinge,
kaiser aller könige
ehr dem obersten priester,
lehre mich dein wort;

du leg mir in den mund
deine heiliges wort
sodass ich die lüge vermeide
und die wahrheit schreibe
von einem tugendhaften mann,

wie er gottes (riche ist eigentlich macht, aber das passt hier nicht) gnade gewann
das ist karl, der kaiser.
vor gott ist er
denn mit gott überwandt
er viele heidnische lande,

so hat er die christen mit gerettet,
wie uns das buch lehrt.
karl, der war pipines sohn;
voll ehre und fromm
hat der herr gewonnen,

die grimmigen heiden bezwungen,
sodass sie erkannten das wahre licht:
sie wussten nicht, wer ihr schöpfer war.
und gut und besser

steigt der herr zur tugend
von kindheit zu jugend,
von der jugend in das alter.
nun hat gott ihn geholt
in sein reich,

wo er ewiglich sein wird.

da des gottes dienstmann
von spanien (ich glaube yspania ist spanien...?) vernahm
wie unkeusch sie lebten,
weil sie den teufel anbeten,

das sie gott niemals fürchten
sich stark versündigten,
das beklagte der kaiser hier;
er erinnerte gott daran,
dass er durch menschen geboren wurde / als mensch geboren wurde

an dem kreuze erstarb,
dass er die seinen erlöste,
dass der tröste
die manigfaltige heidenschaft,
denen die nebel finstere nacht
den schatten des todes (steht glaube ich für ewige verdammnis, wenn ich mich richtig erinnere)
das er sie dem teufel entziehe.

Karl betete stark
mit tiefen blicken, die von herzen kamen;
sodass alle leute einschliefen (??)

vortrefflich er zu gott rief/sprach
mit tränen in den augen.
da sah er mit eigenen augen
der engel, der vom himmel kam.
er sprach zu dem könig:
"Karl, gottes Dienstmann,
in spanien!
gott hat dich erhört,
dass die leute bekehret werden;
die sich dir wiedersetzen jedoch,

das sind des teufels kinder
und sind allesamt verloren
die schlachtet gottes zorn
den leib und die seele,
sie werden ewig in der hölle sein."

karl lag in seinem gebet hernieder (wurde wahrscheinlich ohnmächtig)
und an dem morgigen tag;
da lud er zwölf herren,
die die weisesten waren,
die sein heer führten.

sie lebten sehr tugendhaft.
sie waren gute knechte/diener,
des kaisers vertraute.
ihr werdet nie gewahr,
wie sie schande in ihrem leben hatten.

sie waren gute helden,
der kaiser war in guter gesellschaft.
sie wahren keusch und rein.
den leib gaben sie
für den willen der seele / eine reine seele.

sie ehrte nichts mehr,
als für gott zu sterben, (bin mir hier nicht ganz sicher...)
durch das martyrium, das himmelreich zu erwerben

der kaiser sagte,
dass er den willen habe,
das heidentum zu zerstören,
die christenheit zu mehren.
er sprach: "ihr meine vertrauten,
nun sollt ihr mir wohl dienen
mit läuterlichem mute.
ihr gute helden,
uns hat gott gegeben
ein volles leben / mit fülle ausgestattet;
das hat er für uns getan,
seinen dienst will er dafür haben.

wer für gott arbeitet,
dem wird sein lohn immer bereitet,
der kaiser aller himmel
fordert nun wieder,
was er uns verliehen hat,
fröhlich steht ihr vor ihm.

wer in gottes diensten stirbt,
ich sage euch, was er damit erwirbt:
eine königliche krone
in der marter chor;
die leuchtet mitsamt der morgen sterne.
euren willen wüsst ich gerne."


... so... das muss erstmal reichen. vielleicht habt ihr ja schon die nase voll ;P wenn ich weiter übersetzen soll, so müsst ihr bescheid sagen und wenn wir das rolandslied durch haben hätte ich noch die nibelungen, den prosa-lancelot und einige andere zur auswahl
PS: Ja, ich liebe diese sprache. wollte sogar mal einen char erschaffen, der abends am lagerfeuer mittelhochdeutsche geschichten vorträgt, aber ich glaube, die aufmerksamkeitsspanne der liberi ist dafür nicht groß genug ;P



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#14

RE: Bei Wikipedia irgendwann mal nachgelesene Dinge

in Geschichtlich Wissenswertes 24.01.2012 10:49
von Docatius • Administrator, Ritter, Verwalter, Spielmann | 5.634 Beiträge

Hey, cool, wir haben Fachleute!

Doch, ich habe selber schon darüber nachgedacht, altdeutsche Verse vorzulesen, und ich kann mir sehr wohl vorstellen, daß sich dabei einige Zuhörer versammeln, wenn man es nur mit Pomp und gestenreich vorträgt.
Ich glaube, Du wirst mir die Aussprache beibringen müssen, damit ich das auch ab und an kann, auch wenn ich der Fachfrau gerne den Vortritt lasse.

Vom Nibelungenlied gibt es schon diverse abrufbare Übersetzungen, vom Rolandlied habe ich gestern keine gefunden.



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#15

RE: Bei Wikipedia irgendwann mal nachgelesene Dinge

in Geschichtlich Wissenswertes 24.01.2012 10:53
von Sharee • Liberi Effera/Haus der Hera / PR | 1.040 Beiträge

Selbst ist der mann/die frau

ich hätte auch noch die edda zum vortragen da. die versteht man ganz leicht. und mit dem ganzen met ist das sicher liberi-tauglich. wir können das mit dem geschichten vortragen ja mal ausprobieren an irgendeinem feuer.
man versteht das alles auch leichter, wenn man es laut vorgelesen hört, anstatt es selbst zu lesen. ich bring dir gern die aussprache etwas näher. die sprache wirkt halt recht "hart" und die meisten u's, die im text stehen werden als v's ausgesprochen, das ist immer etwas tricky ^^



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#16

RE: Bei Wikipedia irgendwann mal nachgelesene Dinge

in Geschichtlich Wissenswertes 24.01.2012 10:58
von Docatius • Administrator, Ritter, Verwalter, Spielmann | 5.634 Beiträge

Och, mit Sprachen habe ich es ja, ich bin also zuversichtlich, Dich nicht zur Verzweiflung zu treiben.



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#17

RE: Bei Wikipedia irgendwann mal nachgelesene Dinge

in Geschichtlich Wissenswertes 26.03.2012 21:24
von Docatius • Administrator, Ritter, Verwalter, Spielmann | 5.634 Beiträge

Robin Hood [ˌrɒbɪn hʊd] ist der zentrale Held mehrerer spätmittelalterlicher bis frühneuzeitlicher englischer Balladenzyklen, die sich im Laufe der Jahrhunderte zu der heutigen Sage formten. Die Handlungen der Balladen wurden fortwährend umgedichtet und weiterentwickelt, auch neue Balladen wurden hinzuerfunden. So wird Robin Hood in den ältesten schriftlichen Quellen aus der Mitte des 15. Jahrhunderts noch als gefährlicher Wegelagerer einfacher Herkunft geschildert, der vorzugsweise habgierige Geistliche und Adlige ausraubt. Im Zuge seiner Auseinandersetzungen mit Feinden kommt es auch zu mittelalterlich-grausamen Praktiken. Später wird er immer positiver dargestellt. Die Dichtung macht ihn zum enteigneten angelsächsischen Adeligen und zum gegen die Normannen kämpfenden angelsächsischen Patrioten. Im Laufe des 16. und 17. Jahrhunderts wandelt sich die Figur auch zum Vorkämpfer für soziale Gerechtigkeit, der den Reichen nimmt und den Armen gibt. Die Existenz Robin Hoods als reale historische Figur ist nicht belegt.

Laut den mittelalterlichen Balladen betreibt Robin Hood sein Räuberhandwerk mit „fröhlichen“ Gefährten („Merry Men“), u. a. Little John, Friar Tuck und Will Scarlet. Sie sind Geächtete und verstecken sich vor dem Gesetz, in Gestalt des Sheriffs von Nottingham, im Sherwood Forest und Barnsdale Forest. Später kommen noch Robins romantische Liebe zu Maid Marian und der Barde Alan-a-dale hinzu. Der abenteuerliche Stoff blieb bis heute populär. Er wurde in Dramen, Romanen und Opern, seit dem 19. Jahrhundert auch in der Jugendliteratur und seit dem 20. Jahrhundert auch in diversen Filmen aufgegriffen.




Sheriff: Der Begriff wird vom altenglischen Wort sċīrġerēfa abgeleitet. Sċīr bezeichnet eine Verwaltungseinheit, vergleichbar mit einer Grafschaft. Im angelsächsischen England war der sċīrġerēfa oder shire-reeve ein hoher Verwaltungsbeamter, vergleichbar mit einem Vogt. Unter den Normannenkönigen, vor allem unter Heinrich I., wurden die Sheriffämter meist mit Männern vergleichsweise einfacher Herkunft besetzt. Sie bildeten die Grundlage für den englischen Landadel, die Gentry.



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